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Im Paradies
Über Jahrhunderte fristete das Lötschental (VS) ein abgeschiedenes Dasein. Schön, dass es sich einige Bräuche bis heute bewahrt hat.
Christian Henzen lacht wie ein Bub. Seine gute Laune ist so ansteckend, dass Gäste von weither – sogar aus New York – anreisen. Mal abgesehen von seiner Kochkunst, die sich etwa in einer urtümlichen «Lötschentaler Fleischsuppe» oder «Apfel- und Käseküchlein mit gelbem Reis» offenbart. Gute Laune, gutes Essen, fehlt nur noch das passende Drumherum. Und auch damit geizt der Gastgeber nicht: die rauschende Lonza, blühende Alpwiesen, Steinböcke, Gemsen und Adler sowie ringsherum kolossale Eyecatcher wie das Bietschhorn (3934 m), der «König des Wallis». Wo wir uns befinden? Am Ende des Lötschentals, amtliche Adresse: Hotel Fafleralp, Im Paradies.
Tatsächlich war der Weg hierher lange Zeit ebenso beschwerlich wie der Weg ins himmlische Paradies. Bis zur Eröffnung des Lötschbergtunnels 1913 war das Lötschental praktisch nur vom Wallis aus zugänglich. Noch 1918 begann die Volkskundlerin Hedwig Anneler ihre Studie «Lötschen» mit den Worten: «Adieu Welt! Ich gehe nach Lötschen!» Die Einheimischen kamen ihr düster vor, ihr wildes Maskenspiel («Tschäggättä») schreckte sie, den «zischenden» und «dröhnenden» Dialekt verstand sie nur mit Mühe. Und doch war die Thunerin voller Begeisterung für «diese kleine und doch so reiche Sonderwelt».
Heute freilich führt eine geteerte Strasse ins Lötschental, das Postauto hält nur wenige Meter vom «Paradies» entfernt. Wanderer springen heraus, schauen suchend talauf, talab, bis ein paar Paradieskundige im Lärchenwald verschwinden. Bald wird klar, warum: Auf einer Anhöhe erstrahlt in der Mittagssonne das 1908 erbaute Hotel Fafleralp.
Trotz seiner touristischen Erschliessung hat sich das Lötschental sein Brauchtum bewahrt. An der Fronleichnamsprozession (23. Juni 2011) oder am Segensonntag (26. Juni 2011) werden wie vor Jahrhunderten Herrgottsgrenadiere und andere Trachtenträger durch die engen Gassen schreiten. Natürlich müssen Henzens Hotelgäste heute nicht mehr auf Stroh nächtigen, sondern haben die Wahl vom einfachen Lager über gemütliche Doppelzimmer bis hin zur Wellness-Suite mit Sauna. Eine Sonderwelt ist die Fafleralp aber geblieben. «Die Stunden», schreibt ein Tourist im Gästebuch, «zählen hier doppelt».
Angebot: PostAuto-Fafleralpmenü
Gegen Abgabe des Gutscheins erhalten die ersten 300 Gäste im Hotel Fafleralp (Self Service) zwei PostAuto-Fafleralpmenüs (währschafte Lötschentaler Fleischsuppe, ein Glas Wein und ein Kaffee) für CHF 20.– statt CHF 40.–. Der Gutschein ist beim Post-Auto-Fahrpersonal der Lötschental-Linie gegen Vorweisen eines gültigen ÖV-Billetts erhältlich. Gültig vom 04.06. bis 16.10.11.



