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Ein Schmuckstück für Horgen
Der Preis «FLUX» für Verkehrsknoten, der von PostAuto und vom Verband öffentlicher Verkehr verliehen wird, geht 2010 an den Bahnhof Horgen (ZH).
Wo sich früher Passanten und Pendler, privater und öffentlicher Verkehr den Weg streitig machten, herrscht heute Entspannung pur: am Bahnhof Horgen (ZH). Ein paar Pendler steigen aus dem Postauto und verschwinden direkt in der Gleisunterführung. Zeit für den PostAuto-Fahrer Werner Christen, in seinen Znüni-Apfel zu beissen. Zwischen zwei Bissen lobt er die gelungene Sanierung des Bahnhofareals. Pendlerinnen und Pendler würden heute sicherer, schneller und unter dem schicken, fliegenden Dach trockenen Fusses umsteigen. Zudem seien Missverständnisse wegen der früher unterschiedlich platzierten Bushaltestellen passé. «Jetzt stehen wir alle beisammen: Postautos, Ortsbusse und Zugverkehr», meint Christen. Er ist sich sicher: «Das ist der beste Umsteigebahnhof, den ich je angefahren bin.»
Zum besten Verkehrsknoten des Jahres hat auch eine unabhängige Fachjury den Bahnhof Horgen dieses Jahr erkoren und mit dem Preis «FLUX» geehrt. Unter dem Motto «in der Nacht» hatte die Jury Kriterien wie Anschlüsse, Architektur oder Innovation zu beurteilen, wobei der zwischen 2007 und 2009 sanierte Bahnhof Horgen in allen Punkten zu überzeugen vermochte: Die Warteund Transitbereiche sind hell und freundlich gestaltet, die Umsteigewege auf ein Minimum verkürzt, der Zugang für Behinderte optimal, die Übersichtlichkeit stets gewährleistet. Wie sicher sich die Fahrgäste auf dem neuen Bahnhofareal fühlen, offenbart die rege Nachfrage nach Nachtbussen, die in den letzten zwei Jahren um 440 Prozent gestiegen ist.
Ginge es nach den Horgener Behörden, gehörten dem öffentlichen und dem Langsamverkehr die Zukunft. Bereits heute liegt die Umsteigefrequenz in der beliebten Agglomerationsgemeinde bei knapp drei Millionen – Tendenz steigend. Umsteigen aber bedingt Vernetzung. Nichts illustriert das besser als die die künstlerische Arbeit am Bahnhofareal durch den Stuttgarter «Platino»: Auf der einst doppelspurig befahrenen, grauen Bahnhofstrasse herrscht heute ein buntes Netz aus Fluchtlinien, Achsen und geometrischen Feldern. An die Stelle des Neben- und Durcheinanders der Verkehrsteilnehmer tritt augenscheinlich das Miteinander, die zukunftsweisende Vernetzung durch den öffentlichen Verkehr. Wirklich ausgezeichnet!



